HGS: Lauterbach hört auf

Rückraumspieler hat um die Auflösung seines Vertrags gebeten - Zuletzt heftig in der Kritik

- Von ROLAND SCHMIDT -

Saarlouis. Mit den Neuverpflichtungen Christoph Feldmann (HC Fischbach) und Valerio Arrighini (SF Uchtelfangen) hat die HG Saarlouis in den letzten Wochen Schlagzeilen gemacht. Gestern gab der Handball-Regionalligist seinen ersten Spielerabgang bekannt. Hans-Peter Lauterbach habe um die vorzeitige Beendigung seines Vertragsverhältnisses gebeten, war von Vereinsseite zu hören. "Ich hab es versucht, doch wie sich herausgestellt hat, passen meine Spielanlage und das Saarlouiser Angriffskonzept leider nicht zusammen", nennt Lauterbach einen Grund für seine Entscheidung. Die Enttäuschung sei natürlich groß, doch er habe eingesehen, dass es so nicht weitergeht. "Sein Entschluss geht mir sehr an die Nieren", kommentiert Trainer Berthold Kreuser das Ausscheiden seines Rückraumspielers. Die Vorfälle im Heimspiel gegen Gelnhausen seien für Lauterbach wohl ausschlaggebend gewesen. Nach einigen unglücklichen Aktionen zum Ende des Spiels musste sich der 34-Jährige nach dem Schlusspfiff von Zuschauern massive Kritik gefallen lassen. Darunter Beschimpfungen, die teilweise unter die Gürtellinie gingen und Fairness vermissen ließen. "Das hat der Hans-Peter nicht verdient. Okay, die Leistung stimmte nicht. Aber jemanden derart zu beschimpfen, war nicht okay", nimmt Kreuser seinen Spieler in Schutz. Lauterbach sei ein Vollstrecker. Einer, der Qualitäten aus der Fernwurfzone hat. Das Spiel "Eins-gegen-Eins" zähle nicht zu den Stärken. Schon Anfang September stand diese Problematik im Mittelpunkt eines persönlichen Gesprächs. "Zieh es durch, du musst dich erst eingewöhnen", machte der Trainer dem Neuzugang damals Mut. Das Verhältnis zum jungen Familienvater beschreibt Kreuser als freundschaftlich. Er war es auch, der Lauterbach vom Oberligisten SG Holz-Lummerschied nach Saarlouis holte. In seiner vierjährigen Trainerzeit in Holz habe Lauterbach zu den gefährlichsten Schützen seiner Mannschaft gezählt, erinnert sich Kreuser. In Saarlouis seien diese Stärken leider nie richtig zur Geltung gekommen. Dabei lief es auch an neuer Wirkungsstätte anfangs sehr gut. Die Leistungen im Training stimmten. Nur Sven Ehrich und seine Torhüterkollegen beschwerten sich nach Lauterbachs Wurfgranaten über rote Hände.

Doch in den Spielen lief es nicht so, wie es sich Trainer und Spieler vorgestellt hatten. Am Dienstag besuchte Kreuser Lauterbach zu Hause. Nach längeren Gespräch waren sich beide später einig. Es sei wohl besser, einen Schluss-Strich zu ziehen. Kreuser: "Er hat sich in seiner Rolle nicht mehr wohl gefühlt. Ich wollte ihm das alles auch nicht länger antun." Vom Handball will Lauterbach vorerst nichts mehr wissen. Ob er überhaupt noch spielen oder irgendwo anders die Schuhe anziehen wird, lässt der sympathische Rückraum-Riese offen.