Spreu und Weizen: Die Liga trennt sich in Nicht-Hessen und Hessen

HANDBALL: Die finanzkräftigeren Vereine sitzen jenseits von Rheinland, Rheinhessen, Pfalz und Saar - Nur Hessen als Meisterkandidaten gehandelt

ZWEIBRÜCKEN. 16 Teams streiten sich in der kommenden Runde der Regionalliga Südwest um den Meistertitel und den damit verbundenen Aufstieg in die zweite Bundesliga Süd. Mit dabei ist als Aufsteiger auch die VT Zweibrücken, die ihr Augenmerk vor allem darauf legen wird, nicht auf einem der mindestens zwei Abstiegsplätze zu landen, die in die neu geschaffene Oberliga Südwest führen. Die Gegner der VT Zweibrücken stellt die RHEINPFALZ nachfolgend in Kurz-Porträts vor.
 

SF Budenheim
"Bei uns ist die Konstellation ähnlich wie im vergangenen Jahr", sagt Norbert Schleith, Trainer der Sportfreunde, die sich in der abgelaufenen Runde gerade noch retten konnten. "Wir hatten einen ganz schönen Aderlass, viele gestandene Spieler verloren." Schleith, der seit zwei Jahren bei Budenheim das Kommando hat, macht keinen Hehl daraus, wo die Punkte gegen den Abstieg zu holen sind: "Vor allem die Heimspiele müssen wir gewinnen."

DJK SF Budenheim, Verband: HV Rheinhessen, Vorjahresplatzierung: Platz elf, Saisonziel: Klassenerhalt, Meistertipp: Groß-Bieberau, Gelnhausen.
Kader: Tor: Markus Kimpel, Tobias Völker, Alexander Wenk - Rückraum: Holger Kienast, Uwe Holzinger, Andreas von Römer, Frank Hagelauer, Jens Kreischer, Björn Lindenau - Außen: Markus Schmidt, Jochen Dieter, Christopher Roll - Kreis: Florian Valentin, Marco Maul. - Trainer: Norbert Schleith.

TV Gelnhausen
Der TV Gelnhausen geht mit einer neuen sportlichen Spitze in die Saison. Neben dem neuen Trainer Sergej Budanow hat mit Claus Hormel ein Mitglied der deutschen Weltmeister-Mannschaft von 1978 das Zepter als sportlicher Leiter der Hessen übernommen. "Wir wollen im ersten Jahr ohne Druck und Vorgaben spielen, und eine Mannschaft aufbauen, die in den nächsten Jahren oben mitspielen kann", blickt Hormel vorsichtig auf die kommende Spielzeit.


TV Gelnhausen, Verband: HV Hessen, Vorjahresplatzierung: Platz sechs, Saisonziel: keine speziellen Vorgaben, Meistertipp: Groß-Bieberau, Hüttenberg, Münster.
Kader: Jasim Camdzic, Nikolai Weber, Alexander Schiele - Tom Grunwaldt, Alexander Hauer, Damir Hundur, Dirk Pezold, Jouri Sadowski, Marc Stallmann, Jan Wacker - Martin Keuscher, Thierry Keuscher, Christian König - Oliver Hubbert, Christian Kopp. - Trainer: Sergej Budanow.

TSG Groß-Bieberau
Für Trainer Karl-Ludwig-Gaydoul ist das Saisonziel einfach - und doch nicht: "Wir wollen so spielen wie letztes Jahr." Da landeten die Hessen immerhin auf Platz drei. Den vielen Trainer-Kollegen, die ihn und sein Team aber auf das Meister-Podest heben wollen, hält er lässig entgegen: "In der Klasse gibt es zu viele unbekannte Größen. Wir müssen nicht aufsteigen."

TSG Groß-Bieberau, Verband: HV Hessen, Vorjahresplatzierung: Platz drei, Saisonziel: nicht schlechter als im Vorjahr abschneiden, Meistertipp: keine.
Kader: Markus Kredel, Max Tefarikis, Ben Klinger - Peter Badowski, Richard Woller, Geremia Massa, Alexander Jacobs, Andreas Neumann, Florian Bauer, Christoh Niebel - Patrick Schäfer, Steffen Krista, Dennis Gunst - Jens Hrach,Thorsten Schmälter. - Trainer: Karl-Ludwig Gaydoul.

HSG Haßloch-Hochdorf

Der Trainer der HSG Haßloch-Hochdorf, Richard Schüle sieht ein schwieriges Jahr auf seine Mannschaft zukommen: "Wir haben einen sehr begrenzten Kader. Der Markt gab kaum was her, und finaziell ging auch nicht viel." In der Tat: Die Vorderpfälzer kommen ganz ohne Neuverpflichtungen aus. Schüles "Blick über den Zaun" belehrt ihn über den Schwierigkeitsgrad seiner Aufgabe: "Die Hessen haben alle eine kräftige Schippe draufgelegt."

HSG Haßloch-Hochdorf, Verband: HV Pfalz, Vorjahresplatzierung: Platz neun, Saisonziel: Mittelfeld, frei von Abstiegssorgen, Meistertipp: Hüttenberg, Gelnhausen.
Kader: Markus Penn, Joachim Thiel, Ilan Eigenmann - Rüdiger Benz, Kai Christmann, Kim Höger, Michael Pfeil, Leonard Vuletic, Ralf Schmitt - Sven Birgmeier, Peter Bohunicky, Markus Julier, Oliver Staffort - Gerald Schalter, Steffen Zimmer. - Trainer: Richard Schüle.

TV Hüttenberg
"Wir haben unseren Kader fast komplett gehalten und dazu noch ein bisschen verjüngt. Wir wollen einen Schritt nach vorne machen und mittelfristig in die zweite Bundesliga", hofft der Trainer des Traditionsvereins, Iljo Duketis, auf eine gute Runde. Mit einem Auge schielt Duketis auch in Richtung Meisterschaft: "Da wollen wir schon ein Wörtchen mitreden." Seine einzige Sorge: "Wir spielen im Moment einfach zu gut, haben sehr früh zu unserer Form gefunden. Das ist schon fast schreckhaft."

TV Hüttenberg, Verband: HV Hessen, Vorjahresplatzierung: Platz vier, Saisonziel: in der Spitze etablieren, Meistertipp: Groß-Bieberau, Gelnhausen.
Kader: Michael Rebstock, Tobias Kreiling - Markus Vogt, Thomas Schäfer, Mario Weber, Andreas Scholz, Goran Todosic - Dino Duketis, Petter Dettling, Michael Vieh-mann, Michael Bepler - Henning Weiß, Lars Kraft, Christian Stelzenbach. - Trainer: Iljo Duketis.

HSG Mühlheim-Kärlich-Bassenheim
Die Teams der Regionalliga können den Zweitliga-Absteiger (Insolvenz am 6. März beantragt) aus dem Rheinland nicht so richtig einschätzen, aber auch deren Trainer Hermannn Josef Häring kennt die Klasse nicht so gut. Sein oberstes Ziel: "Ich will wieder Ruhe in den Verein bringen." Sechs Spieler des ehemaligen Zweitliga-Kaders konnten gehalten werden, dazu kommen drei bis vier Eigengewächse. "Der Wieder-Aufstieg wäre aber vermessen, denn wir als Absteiger werden immer den Druck von allen Seiten zu spüren bekommen."

HSG Mühlheim-Kärlich-Bassenheim, Verband: HV Rheinland, Vorjahresplatzierung: Platz 16 zweite Bundesliga Süd (freiwilliger Rückzug), Saisonziel: oben mitspielen, Meistertipp: Groß-Bieberau, Ober-Eschbach.
Kader: Uli Adams, Tobias Arenz, Michael Häring - Carsten Weidung, Zdravko Guduras, Sascha Zerwas, Hilmar Bjarnason, Thomas Eberlein, Adrian Viman - Patrick Selbach, Ralf Koch, Christian Schmidt - Christian Sauer, Darco Music. - Trainer: Hermann Josef Häring.

TSG Münster
In Münster gilt es, laut Trainer Alexander Adamski, eine Mischung aus älteren und fünf jüngeren Spielern zusammenzubasteln. "Wir wollen ein neues Team aufbauen und einen Generationswechsel einleiten." Kurz vor Rundenstart wurde die TSG von einer Grippewelle heimgesucht, die den Abschluss der Vorbereitung doch empfindlich störte. "Aber wir sind für die Runde guter Dinge, da unsere Ziele nicht zu hoch gesteckt sind", so Adamski.

TSG Münster, Verband: HV Hessen, Vorjahresplatzierung: Platz zehn, Saisonziel: Klassenerhalt, Meistertipp: Mühlheim-Kä.-Ba., Hüttenberg, Ober-Eschbach.
Kader: Konrad Bansa, Thorsten Wolf, Christoph Lennert - Pero Sipic, Thomas Mauch, Bodo Mantel, Andreas Schek, Richard Jensen, Oliver Adamski - Michael Stanisel, Jörg Brendemühl, Chi-Worm Kim, Matthias Mauch - Holger Zindt, Jens Schäfer. - Trainer: Alexander Adamski.

TV Nieder-Olm
"Wir wollen primär unsere Heimspiele gewinnen", sagt Nieder-Olms Coach Rainer Sommer. "Wir haben mit unserem Linkshänder Michael Rink einen sehr wichtigen Spieler verloren und hatten in der Vorbereitung sehr viele Probleme mit Verletzten. Dadurch hatten die anderen Spieler wenig Erholung und mussten pausenlos ran", ist Sommer mit der Vorbereitung nicht ganz zufrieden.

TV Nieder-Olm, Verband: HV Rheinhessen, Vorjahresplatzierung: Platz zwölf, Saisonziel: Klassenerhalt, Meistertipp: Gelnhausen, Mühlheim-Kä.-Ba.
Kader: Thomas Möbus, Thorsten Eichhorn - Daivd Abshandadse, Uli Hangen, Thorsten Kilp, Manuel Pfaff, Henning Pilg, Frank Schmidberger, Roman Walch - Jan-Erik Bätz, Andre Ickenroth, Sven Schnell, Thomas Truth - Mario Apitz, Fabian Barber, Markus Hernerg. - Trainer: Rainer Sommer.

TSG Ober-Eschbach
Ober-Eschbachs Trainer Kurt Ergül gibt eine kurze Devise für die Saison aus: "Besser spielen". Obwohl der letztejährige Zweite von vielen als Meister gesehen wird, ist Ergül vorsichtig: "Wir haben unseren kompletten Rückraum verloren. Sawtschuk ist vielleicht Sportinvalide, Sadowski hat nach Gelnhausen gewechselt und Markus Rönnau hat sich schwer am Knie verletzt." Die Vorbereitung verlief bei den Hessen sehr schwankend, "deswegen hängen wir ein bisschen in der Schwebe". Ein neuer Spieler hat aber noch kurzfristig bei der TSG angeheuert: der Rumäne Bogdan Ghinea.

TSG Ober-Eschbach, Verband: HV Hessen, Vorjahresplatzierung: Platz zwei, Saisonziel: Platz vier bis acht, Meistertipp: Groß-Bieberau, Gelnhausen.
Kader: Achim Pfeil, Sven Stein - Markus Rönnau, Oleg Sawtschuk, Rene Scheu, Tobias Drews, Patrick Pabst, Mirko Bagnara - Thomas Zeitz, Andreas Kalmann, Olaf Pick - Sergej Pokourkin. - Trainer: Kurt Ergül.

TV Offenbach
Drei Wochen sind die Vorderpfälzer in der Vorbereitung wieder mit dem Mountainbike im Wald gewesen, um unter der Aufsicht von Rad-Nationaltrainer Patrick Moster Kondition zu bolzen. TVO-Trainer Wolfgang Heckmann rechnet sich gute Chancen aus, die Klasse zu halten: "Ich schätze, dass wir dazu aber so zwischen 22 und 25 Punkten brauchen."

TV Offenbach, Verband: HV Pfalz, Vorjahresplatzierung: Meister OL Pfalz (Aufsteiger), Saisonziel: Klassenerhalt, Meistertipp: Groß-Bieberau, Ober-Eschbach.
Kader: Michael Heckmann, Andreas Gensheimer, Mathias Vogel - Thorsten Steurer, Volker Herle, Alexander Herle, Marco Sliwa, Marco Lederle, Andreas Lerch, Felix Beck - Jochen Roth, Christoph Scheurer, Kai Lautenschläger - Thomas Roth, Martin Hunsicker. - Trainer: Wolfgang Heckmann.

TBS Saarbrücken
"Die Hessen werden Meister, und die Nicht-Hessen stiegen ab", meint TBS-Trainer Frank Künzer Augen zwinkernd mit Blick auf die Runde. "Ich stehe mit meiner Mannschaft ein bisschen auf wackligen Füßen, habe einen kleinen Kader wie noch nie." Problematisch beim TBS war, dass Neuzugang Marco Recktenwald wegen eines Nasenbruchs einen Teil der Vorbereitung nicht mitmachen konnte. "Gegen die Großen rechne ich mir diesmal keine Punkte aus", sagt Künzer.

TBS Saarbrücken, Verband: HV Saar, Vorjahresplatzierung: Platz fünf, Saisonziel Nichtabstieg, Meistertipp: ein Team aus Hessen.
Kader: Dirk Eberhard, Benjamin Bus - Nicki Schäfer, Marco Recktenwald, Andreas Klein, Roman Petchourine, Thomas Schmeer, Klaus-Peter Wei-nert, Tobias Stemmler - Thomas Rolli, Conny Endres, Heiko Schmidt - Manuel Schmidt, Jan Weise. - Trainer: Frank Künzer.


HG Saarlouis
Die Saarlouiser sind dem Abstieg in einem echten Endspiel gegen Groß-Umstadt gerade noch einmal von der Schippe gesprungen. In diesem Jahr sollen laut Trainer Berthold Kreuser vor allem die Neuen Dirk Mathis, Hans-Peter Lauterbach und Marco Eglseder der Truppe Stabilität verleihen. Mit Oliver Koch (Meniskusanriss) und Jörg Waerder (Kreuzbandriss) fielen aber in der Vorbereitung zwei wichtige Spieler langfristig aus.

HG Saarlouis, Verband: HV Saar, Vorjahresplatzierung: Platz 13, Saisonziel: Klassenerhalt, Meistertipp: Groß-Bieberau, Hüttenberg.
Kader: Sven Ehrlich, Pascal Andolina, Alexander Albert, Dariusz Jonczyk - Peter Balke, Daniel Altmeyer, Dirk Mathis, Hans-Peter Lauterbach, Michael Knobe, Jörg Waerder, Oliver Schleich - Marco Eglseder, Michael Harth, Marc Mucha, Andreas Dörr - Oliver Koch, Martin Koch, Christoph Lay. - Trainer: Berthold Kreuser.

TV Vallendar
Die Rheinländer aus Vallendar sind als Zweiter der Oberliga Rheinland in die Klasse gerutscht. "Wir hatten wenig Zeit, Verstärkungen zu holen", sagt dazu Trainer Mario Kos, der allerdings eine lange Vorbereitung von fast drei Monaten mit seinem Team hinter sich gebracht hat. Und: "Wir gehen völlig ohne Erfahrung in diese Klasse. Obwohl wir durchaus Potenzial haben, werden Herz und Kampf unser Vorteil sein müssen."


TV Vallendar, Verband: HV Rheinland, Vorjahresplatzierung: 2. Platz Oberliga Rheinland (Aufsteiger), Saisonziel: Klassenerhalt, Meistertipp: Hüttenberg, Mühlheim-Kä.-Ba.
Kader: Andreas Oster, Markus Dallibor - Oliver Kammann, Andreas Reckenthäler, Christoph Ohl, Björn hanisch, Mira Dvoroznak - Daniel Hasse, Tobias Röhrig, Benjamin Stemann - Thorsten Ibach, Udo Fi-scher. - Trainer: Mario Kos.

SG Waldfischbach
Neben den Hessen-Teams sind die Waldfischbacher die einzige Mannschaft, die von den anderen hinter vorgehaltener Hand mit zu den Geheimfavoriten gezählt werden. "Unsere Truppe ist sehr homogen", sagt dazu Trainer Thomas Müller, der mit seinen Spielern das schnelle Spiel nach vorne forcieren will. Mit seinen neuen Spielern sei das Team, das mit nur zehn Feldspielern im Kader auskommen muss, insgesamt viel flexibler geworden.

SG Waldfischbach, Verband: HV Pfalz, Vorjahresplatzierung: Platz sieben, Saisonziel: Klassenerhalt, Meistertipp: Groß-Bieberau, Hüttenberg.
Kader: Axel Johann, Peter Hieroni-mus, Thomas Singer - Arnar Geirsson, Jens Rheinhardt, Jochen Grill, Dennis Baier, Fadil Jusufbegovic - Thomas Sauer, Steffen Ecker, Guido Pfeiffer, Florian Stichler - Michael Zeimet. - Trainer: Thomas Müller.

SG Wallau-Massenheim II
Die zweite Mannschaft des Erstligisten möchte laut Trainer Jörg Schulze "unter die ersten Sechs". Mit einem Durchschnittsalter von 20,5 Jahren stellt Wallau eine sehr junges Team. Ziel sei es, die Spieler in ihrer persönlichen Entwicklung voranzubringen und den ein oder anderen vielleicht auch an die Bundesliga heranzuführen. "Die Vorbereitung verlief zwar mittelprächtig, daher ist die Euphorie nicht alzu groß. Ich bin aber zuversichtlich für die Runde", sagt Schulze, der eng mit Wallaus Erstliga-Coach Martin Schwalb zusammenarbeitet.

SG Wallau-Massenheim II, Verband: HV Hessen, Vorjahresplatzierung: Platz acht, Saisonziel: verbessern, Meistertipp: Groß-Bieberau, Gelnhausen, Hüttenberg.- Kader: Mathis Beer, Marcel Bolling, Timm Großkurth - Florian Deger, Steffen Uhlshöfer, Florian See, Ralph Gassmann, Markus Becker, Christian Zölls, Sebastian Linder, Sebastian Conrad - Heiko Trinczek, Markus Rossmeier, Rene Luger, Jörn Laufersweiler, Martin Lorenz - Jens Ehrmann. - Trainer: Jörg Schulze.

aus: RON-Online