TBS Saarbrücken

Handballabteilung

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Damen 1: „Wir müssen uns nichts beweisen“

Apr-3-2010 By Frank

Handball: Frauen des TBS Saarbrücken fiebern Endrunde um Saarlandpokal entgegen

Die Handballerinnen des TBS Saarbrücken haben es als erster A-Ligist im Saarland in die Finalrunde der Bank 1 Saar Trophy geschafft. Auch wenn sie sich für Ostermontag keinen Sieg mehr ausrechnen, so haben sie allein mit dem Erreichten Geschichte geschrieben.

Von SZ-Mitarbeiterin

Christina John

Saarbrücken. Sie haben im Saar-Handball Geschichte geschrieben. Und das kann nicht jede Mannschaft von sich behaupten. Die Frauen des TBS Saarbrücken haben es als erste A-Klassen-Mannschaft der saarländischen Pokalgeschichte in die Finalrunde der Bank 1 Saar Trophy geschafft.

„Dass wir so weit gekommen sind, das ist schon super“, freut sich die 19-jährige Aline Kessler. Am Ostermontag werden sie und ihre Mitspielerinnen im Halbfinale in der Hermann-Neuberger-Halle in Völklingen auf den RPS-Oberligisten FSG Oberthal-Hirstein treffen (11.25 Uhr). Der noch leichteste Gegner? Immerhin sind noch der stärkere RPS-Oberligist HSV Merzig-Hilbringen und die Regionalliga-Frauen des TuS Neunkirchen im Rennen. „Eine relative Frage“, überlegt auch TBS-Trainer Dieter Wacker, „jeder Gegner dort ist vom Papier her für uns unbezwingbar. Gegen Neunkirchen und Merzig würde uns niemand eine Chance zurechnen. Oberthal ist der vermeintlich schwächere Gegner. Aber das finde ich nicht. Mit dem Gedanken entsteht nur Druck, aber ich denke, für uns ist da kaum etwas zu reißen.“

Dessen ist sich auch Aline Kessler bewusst. „Ich bin da ziemlich realistisch, die anderen sind alle gestandene saarländische Vereine. Wir müssen uns nichts beweisen“, sagt sie stolz darüber, bereits so weit gekommen zu sein. Und auch wenn sich die Mannschaft von Dieter Wacker keine Hoffnungen macht, am Ostermontag in das Finale einzuziehen, so freuen sich die Saarbrücker Mädels dennoch wahnsinnig. „Das ist das größte Event, das wir haben“, meint Aline Kessler, „ich freue mich riesig darauf. Und die anderen sehen das alle genauso. Trotzdem bin ich aufgeregt. Es erwartet zwar keiner etwas von uns, aber wir machen uns selbst ein bisschen Druck.“

Das Problem sieht Trainer Dieter Wacker, dass die Hauptstädterinnen in der A-Liga keinen konkurrenzfähigen Gegner haben – das Team gewinnt ein Spiel nach dem anderen, und das nicht gerade knapp. „Wir wissen gar nicht, wo wir leistungsmäßig stehen“, erklärt Wacker, „motivierend ist der Pokal schon, aber er wird genauso gut auch deprimierend sein können.“ Ein Pluspunkt des TBS ist der große Kader. Sollte jemand ausfallen, wäre das kein Beinbruch. Zumal „wir keinen Star haben. Wir gehen mit der Breite in die Spitze“, erklärt Wacker, „es sind immer genug Spielerinnen da. Wenn sich jemand verletzen wird, kann das keine Ausrede sein.“

Bei der Frage, wer das Rennen am Montag machen wird, sind sich Trainer und Spielerin übrigens uneinig. „Für mich ist das ganz klar Neunkirchen. Sie haben vor kurzem Ingrida Radzeviciute geholt, sie sind top aufgestellt“, tippt Aline Kessler. Wacker sagt hingegen: „Ich traue es auch Merzig zu, die Spielerinnen sind agiler.“ Aber wer auch immer das Finale der Trophy gewinnen wird – eines ist sicher: Keiner von ihnen wird eine solche Handball-Geschichte schreiben wie der TBS Saarbrücken mit seinem Einzug in die Finalrunde.

Bericht aus der SZ vom 3. April 2010, Foto: SZ